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Novellierung der dualen IT-Berufe

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB) hat im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie sowie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung den Novellierungsbedarf der vier dualen IT-Berufe, Fachinformatiker/-in, IT-System-Elektroniker/-in, IT-System-Kaufmann/-frau und Informatikkaufmann/-frau untersucht. Auf der Grundlage der Ergebnisse der Untersuchung legt das BiBB Vorschläge zur Fortschreibung der Berufsprofile, der Struktur der Berufe, der Prüfungsgestaltung und der Schnittstellen zwischen Ausbildung, Fortbildung und Hochschule vor. 

Der Kurzbericht ist (vorgezogener) Teil der Berichterstattung zum Projekt „Voruntersuchung IT-Berufe“ (4.2.497), der die wesentlichen Ergebnisse zusammenfast und daraus Handlungsempfehlungen für die Novellierung der IT-Berufe ableitet.

Die eigentliche Dokumentation des Gesamtprojekts erfolgt im Abschlussbericht, der in Kürze unter folgender Adresse verfügbar sein wird:  www.bibb.de/voruntersuchung_itberufe 

 

Ergebnisse im Überblick

Eine Neuordnung der IT-Berufe ist geboten, im Prozess der Überarbeitung sollten folgende Aspekte Berücksichtigung finden:

Aktualisierung der Inhalte:

  • Über alle IT-Berufsprofile hinweg muss das Thema IT-Security (Datensicherheit, Verfügbarkeit, Datenintegrität und Datenschutz inklusive rechtlicher Aspekte) deutlich gestärkt werden. Dies betrifft, neben einem für alle (IT-)Berufe vertieften Grundverständnis für Fragen der IT-Sicherheit, je unterschiedliche Ausprägungen in den einzelnen Fachprofilen (z. B. Risikoanalyse, Technische Maßnahmen zum Schutz der Hardware und der Netze/Infrastruktur, Verschlüsselung, Berechtigungen, rechtliche Anforderungen an die IT-Sicherheit, Zertifizierung, Schulung etc.).  Weitere relevante Themen sind Virtualisierung, Cloud-Computing, Big Data, Mobile Computing, Mobile Devices.
  • Zwei Drittel der IT-Fachkräfte arbeiten in Branchen außerhalb der IKT-Branche u. a. im verarbeitenden Gewerbe. Bezogen auf das Thema Industrie 4.0 sollte darüber nachgedacht werden, produktionsnahe Inhalte („Industriepaket“) wie etwa Robotik, Sensorik, Produktionssteuerung, 3D-Druck, Virtualisierung, Embedded Systems in der Ausbildung zu verankern.
  • Personale und soziale Kompetenzen haben eine hohe Relevanz für die Arbeit von IT-Fachkräften, insbesondere Lernbereitschaft, Eigenverantwortung, Kommunikationsfähigkeit, Problemlösefähigkeit. 

Überarbeitung der Berufsprofile:

  • Die beiden Fachrichtungen des Fachinformatikers (Anwendungsentwicklung bzw. Systemintegration) sind klar voneinander abgegrenzt und nachgefragt. Die Profile haben sich insgesamt bewährt. Aus den Befragungen gibt es Hinweise, diese Profile noch stärker zu trennen.
  • Überschneidungen in den Anforderungen gibt es zwischen dem IT-System-Elektroniker/der ITSystemelektronikerin und dem/der Fachinformatiker/-in, Fachrichtung Systemintegration. Daraus resultierende Optionen, wie zum Beispiel die Weiterentwicklung des IT-System-Elektronikers durch Integration von Inhalten des Fachinformatikers der Fachrichtung Systemintegration, sind zu diskutieren.
  • Zwischen den beiden kaufmännischen Ausbildungsprofilen IT-Systemkaufmann/-frau und Informatikkaufmann/-frau gibt es große Überschneidungen sowohl bei den Inhalten als auch bei den Tätigkeitsanforderungen der ausgebildeten Fachkräfte. Eine Zusammenlegung der beiden Berufe wäre eine sinnvolle Option. 

Neu-Justierung der Prüfungen:

  • Das Prüfungsinstrument der „Betrieblichen Projektarbeit“ wird insgesamt positiv bewertet, allerdings sind die für die Durchführung der betrieblichen Projektarbeit vorgegebenen Zeiten nicht ausreichend.

Das IT-Weiterbildungssystem wird kaum genutzt:

  • Berufliche Weiterbildung genießt einen hohen Stellenwert bei den IT-Fachkräften und den Personalverantwortlichen. Das IT-Weiterbildungssystem spielt dabei allerdings eine untergeordnete Rolle. In erste Linie werden von den ausgebildeten Fachkräften Zertifikate, insbesondere Herstellerzertifikate zu speziellen Fachthemen erworben. 
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